Stadtschreiber Helsinki/Écrivain invité

Deutsch-französische Stadtschreiber-Residenz auf Einladung des Goethe-Instituts, des Institut français und der finnischen Literaturgesellschaft Nuoren Voiman Liitto, August/September 2022

 

Résidence littéraire, d'écriture franco-allemande, sur invitation du Goethe Institut, de l'Institut français et de la société littéraire Nuoren Voiman Liitto, mi-août /mi-septembre 2022.

EINS/UN

Der Entscheidung Taten folgen lassen. Bereits im tiefen Süden bin ich gewesen, im Frühsommer, mit dem Zug, Unumgängliches klären. Andalusien. Nun hoch in den Norden, von Leipzig bis Helsinki. Viereinhalb Tage reisen, treppauf, treppab in Trams und Trains, schnellen und langsamen, in Bussen und auf Fähren. Nicht mehr fliegen. Nicht in Europa. Andernorts will ich gar nicht sein. Aber die Taten haben ihren Preis: Es braucht mehr Zeit, mehr Geduld und auch mehr Geld, viel mehr Geld, den Kontinent per Bahn zu durchqueren. Fünfmal, zehnmal so viel, Unterkünfte, Verpflegung hier und dort. Statt Luftkilometer zu fressen, fern der Erde, abgeschieden in der Soziologiekapsel über den Wolken, rausche ich nun lieber mit Bodenhaftung – und verhandle mit mir selbst nicht die Ersparnis auf der anderen Kontenseite, nicht den Mehrwert an vermeintlich besserem Gewissen; nein, ich denke an das Mehr, dass mein Reisen darstellt gegenüber dem Zuhausebleiben, dem Atmen im Sessel, auf heimischen Wegen, im Park, auf Straßen, die ich zu kennen glaube.

  Aber: statt zwei, drei Stunden die demokratische Zumutung aller Umgangsformen oder -unformen zu erdulden, werden es, auf dieser Fahrt, bald dreißig sein. Zu Beginn gleich die Wohnzimmer-Konferenzraum-Heimeligkeiten deutscher Stadt-zu-Stadt-Schnellzüge. Analphabeten im Ruheabteil, die ihre – scheint's – nicht mehr vorhandene Intimität mit ihrem Umfeld teilen, als säßen sie im noch hemmungsloseren Waggon des Anything-goes.

Ich nehme es, solange meine Kräfte reichen, als Schule der Duldsamkeit.

  Die Augenblicke, die mir Glück des Zugreisens bedeuten, wofür ich den Preis meiner Fahrkarte (auch) bezahle, sind selten. Wenn das Kontemplative sein darf. Ruhiges Rauschen. Zeit und Raum erfahren. Wenn es eben nicht nur der Pragmatismus der Fortbewegung ist und das Arsenal der Langeweile-Vertreiber, der Zeitoptimierer, des Rentabilitätsgehabes.

 

Zusammen mit Satu Taskinen, da werden wir, beim Literaturfestival Runokuu, sprechen und lesen, austauschen.

Lese jetzt weiter in ihrem Roman Kinder:

»... es ist schwer, Menschen zu achten, die sich vordrängeln und schubsen, die in ihre Handy brüllen oder in zu viel Parfüm gebadet haben. Aber man darf Menschen nicht auf ihr Telefon reduzieren. Man muss versuchen, seine Aufmerksamkeit nicht nur auf ihr Parfüm oder ihr Telefon zu richten. Nicht nur auf den Körper, dessen Gerüche durch Parfüm überdeckt werden sollen.«

Und weiter:

»So reagierten die Ureinwohner in Südamerika vor über einem halben Jahrtausend auf die fremden Ankömmlinge aus Europa, sie sprengten wohlriechenden Rauch auf die spanischen Seeleute, schauten weg, versuchten zu ertragen. Angst hatten sie noch nicht. Sie kamen nicht auf die Idee, dass diese Horde stinkender und lächelnder europäischer Seeleute sich bald ihr ganzes Dorf und ihren ganzen Kontinent aneignen würde.«

 

Die persönliche Rechnung ist demnach teurer, so gesehen, für den, der den Zug wählt. Im Grunde, so sage ich mir das, darf ich keinen Willen haben, darf mein Ding nicht machen wollen; erträglich und einträglich wird das Zugreisen unter diesen Gegebenheiten, bei dieser Dichte an Menschen, nur, wenn ich mich dem ganzen Treiben hingebe, wenn ich nicht Reisender sein möchte, Lesender oder die Welt hinter der Scheibe Betrachtender, sondern wenn ich das Menschliche, Allzumenschliche dieses rollenden Soziologieschlauches als Schreibender annehme und mich nur aufs Beobachten beschränke. Dann wird die Reise vielleicht nicht zur Erleuchtung, doch immerhin zum Spektakel. Und reden wir uns nichts schön: Die tages- oder lebensverändernde Begegnung, das gemeinsame Sprechen und Lachen und Entdecken (das dann die anderen Alleinreisenden nerven mag), wann geschieht das schon, wie oft?

 

Hamburg!

Wie im letzten Sommer.

Wärmer, heute.

Umsteigen.

Die Luft des Bahnhofes nutzen, um etwas zu essen.

Im Zug bisher: Masken auf Halbmast, hier und dort und da drüben. Der Mensch duckt sich weg, solange das Leid nicht die eigene Nasenhöhle hinaufkriecht, solange der hedonistische Körper nicht flach liegt, fiebertrunken, schummelt er sich durch, der Mensch, und handelt, mit den Gedanken verhangen im Gestern oder Morgen, nur heute, nur hier, auf die sofortige Befriedigung seiner basalen Bedürfnisse bedacht: atmen, frei atmen. Koste es, was es wolle. Mich oder die anderen.

  Ab Hamburg: neue Welt, frische Farben. Holstein unter weitem Hellblau und Sahnewolken. Bin erstaunt, dass ich diesem platten Land doch etwas abzugewinnen vermag. Flach ist doch nicht gleich flach. Und hier und da wellt sich das Land, spielt grünes Spiegelbild zu den Wolkenwickeln.

Beim Blick in die Weite: Ostpreußen vor Augen, Großmutters Welten, und plötzlich, kurzzeitig und scharf umrissen, das Wissen um die Bedingtheit der Gegenwart, wie alt die Nachrichten von gestern sind, wie flüchtig jene von morgen. Was bleibt, sind die wirklich großen Erzählungen, die Geschichten, die das Grün und das Blau erzählen, das Überleben von Empfindsamkeit, die Gewissheit, dass alles, was ist, nicht bleibt, alles, was mir ist, morgen dir sein kann, dass das Leid nicht zählt und doch berechnet ist. Das ist es, was bleibt, was da ist und sich wandelt, wie der Nebelschaum dort oben.

Und dann: Es war nicht exakt genug. Es geht noch anders. Ostpreussen oder Holstein, was sagt das schon? Dass ich das eine im anderen sehen kann, das ist das Vermächtnis.

 

Kopenhagen.

Bahnhof.

Straße kreuzen.

Hostel finden.

Tatsächlich: eine Schlafkapsel.

Welch Luxus plötzlich, die Erinnerung an meine Pariser Dienstbotenkammer vor dreißig Jahren. Aber diese Erfahrung lässt mich die Koje hier ertragen, hoffe ich, die Klaustrophobie hat ihre Antikörper aktiviert.

Die Fotos bei der Buchung: tiny room mit Doppelbett.

Vortäuschung falscher Annahmen.

Heiß, eng, teuer.

Dreifacher Preis und Bruchteil des Raumes, den ich in allen Städten Spaniens, vor allem Andalusiens, ja, sogar in Madrid gewohnt war. Außer Barcelona, kürzlich. Und sieh' an, nicht die einzige Gemeinsamkeit, die ich zwischen Kopenhagen und der Katalanenmetropole sehe. Spaßpflaster für Europas Goldjugend, sei's massiv, sei's Glitterspray. – Abendpicknick im Kongens Have. Ruhe, immerhin, und edle Achsen.

..........

Joindre l'acte à la parole. Je suis déjà allé dans le Sud profond, au début de l'été, en train, pour régler des choses incontournables. L'Andalousie. Maintenant, direction le nord, de Leipzig à Helsinki. Quatre jours et demi de voyage, monter et descendre les escaliers dans les trams et les trains, rapides et lents, dans les bus et sur les ferries. Ne plus prendre l'avion. Pas en Europe. Ailleurs, je ne veux même pas être. Mais les actes ont un prix : il faut plus de temps, plus de patience et aussi plus d'argent, beaucoup plus d'argent pour traverser le continent en train. Cinq fois, dix fois plus, des hébergements, des repas ici et là. Au lieu d'avaler des kilomètres d'air, loin de la terre, isolé dans cette « capsule sociologique » au-dessus des nuages, je préfère à présent filer à toute allure en gardant les pieds sur terre – et je ne négocie même pas avec moi-même l'économie réalisée dans l'autre colonne du compte, ni la plus-value d'une prétendue meilleure conscience ; non, je pense au plus que représente mon voyage par rapport au fait de rester chez moi, de respirer dans mon fauteuil à moi, sur des chemins locaux, dans un parc, sur des routes que je crois connaître.

  Mais : au lieu de subir pendant deux ou trois heures la contrainte démocratique de toutes les formes ou de tous les défauts de comportement, ça fera pas loin de trente pour ce voyage. Et pour commencer, le confort bienséant genre salles-de-conférence-et-salons-confondus des intercités rapides allemands. Des analphabètes dans le compartiment de repos, qui partagent leur intimité apparemment inexistante avec leur entourage, comme s'ils étaient assis dans le wagon encore plus débridé de l'anything-goes.

  Tant que mes forces me le permettront, j'en ferai une école de la patience. Les moments qui représentent pour moi le bonheur de voyager en train, pour lesquels je paie (aussi) le prix de mon billet, sont rares. C'est quand la contemplation a droit de cité, un bruissement calme. Faire l'expérience du temps et de l'espace. Quand ce ne sont pas seulement le pragmatisme du déplacement et l'arsenal de ce qui chasse l'ennui, l'arsenal des optimisateurs du temps, du chichi de la rentabilisation.

 

Avec Satu Taskinen, nous parlerons, nous lirons et échangerons lors du festival de littérature Runokuu. Poursuis à présent la lecture de son roman Kinder :

« ... il est difficile de respecter les gens qui se bousculent, qui hurlent dans leur téléphone portable ou qui ont pris un bain de parfum. Mais il ne faut pas réduire les gens à leur téléphone. Il faut veiller à ne pas porter son attention uniquement sur leur parfum ou leur téléphone. Pas seulement sur leur corps, dont les odeurs doivent être masquées par le parfum. »

Puis encore :

« C'est ainsi que les autochtones d'Amérique du Sud réagissaient il y a plus d'un demi-millénaire face aux arrivants étrangers venus d'Europe, ils projetaient des fumées odorantes sur les marins espagnols, tournaient leur regard, essayaient de les supporter. Ils n'avaient pas encore peur. Il ne leur venait pas à l'idée que cette horde de marins européens puants et souriants s'approprierait bientôt tout leur village et tout leur continent. »

 

La facture personnelle est donc plus salée, de ce point de vue, pour celui qui choisit le train. Au fond, me dis-je, je ne dois pas avoir de volonté, je ne dois pas vouloir faire mon truc ; dans ces conditions, avec cette densité de personnes, le voyage en train n'est supportable et (littérairement) rentable que si je m'abandonne à toute cette agitation, si je ne veux pas être un voyageur, un lecteur ou un observateur du monde derrière la vitre, mais si j'accepte l'aspect humain, trop humain de ce « tuyau sociologique roulant » en tant qu'écrivain et si je me limite à l'observation. Alors le voyage ne sera peut-être pas une illumination, mais au moins un spectacle. Et ne nous faisons pas d'illusions : la rencontre qui change une journée ou une vie, le fait de parler, de rire ensemble, et de se découvrir (ce qui peut ensuite agacer les autres voyageurs solitaires), quand cela arrive-t-il vraiment, combien de fois ?

 

Hambourg !

Comme l'été dernier.

Plus chaud aujourd'hui.

Changer de train.

Profiter de l'air de la gare pour manger quelque chose.

Dans le train jusqu'à présent : des masques en berne, ici et là, et là-bas. L'homme s'esquive, tant que la souffrance ne remonte pas le long de sa propre cavité nasale, tant que le corps hédoniste n'est pas à plat, ivre de fièvre, il triche, l'homme, et agit – l'esprit obnubilé par hier ou demain – seulement aujourd'hui, seulement ici, soucieux de la satisfaction immédiate de ses besoins basiques : respirer, respirer librement. Peu importe qui en paie le prix. Moi ou les autres.

  Au départ de Hambourg : un nouveau monde, des couleurs fraîches. Le Holstein sous un vaste bleu clair et des nuages de chantilly. Je suis étonné de pouvoir lui en trouver quelque chose, à ce plat pays. Plat ne vaut pas forcément plat. Et ici et là, la terre ondule, jouant le rôle de miroir vert pour ces quenelles de nuages.

  En regardant au loin : la Prusse-Orientale devant les yeux, le monde de grand-mère, et soudain, brièvement et avec une grande acuité, la conscience du caractère conditionné du présent, de combien elles sont vieilles déjà, les nouvelles d'hier, et combien fugaces celles de demain. Ce qui reste, ce sont les vrais grands récits, les histoires que racontent le vert et le bleu, la survie de la sensibilité, la certitude que tout ce qui est ne reste pas, que ce qui est à moi peut être à toi demain, que la souffrance ne compte pas et qu'elle est pourtant calculée. Voilà ce qui reste, ce qui est là et qui se transforme, comme la neige brumeuse là-haut.

Et puis : ce n'était pas assez précis. Il est possible de faire autrement, de faire mieux. La Prusse orientale ou le Holstein, qu'est-ce que ça en dit bien au fait ? Que je puisse voir l'un dans l'autre, voilà mon héritage.

 

Copenhague.

Gare ferroviaire.

Croiser la route.

Trouver l'hostel.

En effet : une capsule pour dormir.

Quel luxe soudain, le souvenir de ma chambre de bonne parisienne il y a trente ans. Mais cette expérience-là, j'espère, me permettra de supporter la couchette ici, la claustrophobie a formé ses anticorps.

Les photos lors de la réservation : tiny room avec lit double.

Prétendre à de fausses suppositions.

Chaud, étroit, cher, ce couchage.

Trois fois le prix et une fraction de l'espace auquel j'étais habitué dans toutes les villes d'Espagne, surtout en Andalousie, et même à Madrid. Sauf à Barcelone, récemment. Et tiens, ce n'est pas le seul point commun que je vois entre Copenhague et la métropole catalane. Lieu de fun pour la jeunesse dorée d'Europe, que l'or soit massif ou la lueur en spray à paillettes.

 

– Pique-nique du soir à Kongens Have, au jardins du roi. Du calme, tout de même, et des axes nobles.


ZWEI/DEUX

Was zählt: die Kraft zu erhalten, um arbeiten zu können, die Bedingungen fürs Schreiben. In Form sein, der Körper schmerzfrei, das Denken ausgeruht, um neu sich an- und aufspannen zu können, die Sinne geschärft. Alles, was dies hindert: bye-bye.

  Eine weitere Nacht im Lebendsarg, das muss nicht sein. Der Kapitalismus wird uns alles zugemutet haben. Wird uns geschröpft und uns besetzt haben, besetzt mit der Erzählung über seine Wohltaten. Die Mail des Hostels kündigte es an: Bemüht um die stete Verbesserung der Leistung sei der Zugang zum Haus und den Zimmern dank digitaler Türcodes nun vollständig automatisiert, das Check-in könne somit individuell und ohne zeitliche Begrenzung erfolgen. Hurra! Im Grunde ein Schlafsaal mit Schiebetüren vor den Betten, mehr ist das nicht. Ein Fan, dessen Fan wohl niemand wird sein können, derart bescheiden haucht er Geräusche in die Kapsel, Luft aber eher weniger.

  Duschkabinen im Doppelpack, unter der Trennwand läuft das Seifenwasser von nebenan herüber, und die beiden Waschbecken vor den Toilettenverschlägen dienen, wie die Duschen, dem gesamten Stockwerk. Sind es zwanzig sind es dreißig Gäste? Was die Sache auf den Punkt bringt, und zwar wörtlich: die Armatur, die nur durch steten Druck auf den Knopf punktgenau Wasser spendet, dann aber mit derartigem Druck, dass der Textilwaschgang für Hemd und Hose integriert ist. Der Ort ist zur Morgenstunde ein Taubenschlag, und während, ohne Geschlechtertrennung, die eine im schmächtigen Verschlag versucht, diskret ihr Geschäft zu verrichten, versucht der andere, hinter der aufschnellenden Flurtür wegzuspringen und sich dabei weiter die Zähne zu putzen.

 

Wer unfähig oder nicht willens ist, ein Minimum an Großzügigkeit walten zu lassen, sollte sich davon fern halten, Gastgeber zu spielen. Aber darum geht es hier ja auch nicht. Es geht um Tourismus, um Tourismus der üblen, der rein kapitalistischen Sorte. Gewinnerzielung um jeden Preis. Gesichtslos.

 

Diese Anmerkungen über das größtmögliche Abschöpfen bei kleinstem Gegenwert mögen nach Nebensächlichem klingen, nach Frust eines verwöhnten Kunden (der ich fürwahr nicht bin; an einiges gewohnt; die Pariser Schule des Prekären durchlaufen). Und es scheint wahrlich andere Dringlichkeiten zu geben. Es gibt wirkliches Leid, basalen Kampf ums Überleben. Und millionenfach kein Zugang zu Hygiene und Komfort. Doch nein, es ist dies nur meine prägnante, bewusste Erfahrung, körperlich und geistig, was wir in unserem Wertesystem (oder Unwertsystem) einander antun. Was wir gemeinhin als normal wahrnehmen. Eben, Normen sind menschengemacht und können verändert werden. So wie diese Anekdote aus meinem Reisendendasein auch nur im domestic detail aufzeigt, wie wir global gleichfalls agieren. Howard Zinn hat dies in A People's History of American Imperialism eindrücklich aufgezeigt.

 

Kein Ort zum Träumen, diese Bettstatt, kein Ort zum Ruhen. Unsinnlicher und unentspannter geht es nicht. Was bleibt, trotz des vielen verspritzten und ach so kontrollierten Wassers: Ich fühle mich schmutzig. Betrogen. Verachtet.

  Aber genug hierzu, der Tag ruft, mit Luft und Licht.

.........

 

Ce qui compte : garder la force de travail, les conditions pour écrire. Être en forme, le corps sans douleur, la pensée reposée pour pouvoir se tendre à nouveau, les sens affûtés. Tout ce qui empêche cela : bye-bye.

  Une nuit de plus dans ce  « cercueil vivant » , ce n'est pas nécessaire. Le capitalisme nous aura tout fait endurer. Il nous aura plumés et occupés, occupés par le récit de ses bienfaits. Le mail de l'auberge l'annonçait : Soucieux d'améliorer constamment ses prestations, l'accès à l'établissement et aux chambres serait désormais entièrement automatisé grâce à des codes de porte numériques, le check-in pourrait donc se faire individuellement et sans limite d'horaire. Hourra ! En gros, voilà un dortoir avec des portes coulissantes devant les lits, c'est tout. Un ventilateur dont personne ne pourra être fan, tant il souffle modestement des bruits vers la capsule, mais de l'air : plutôt moins.

  Des doubles-cabines de douche, l'eau savonneuse d'à côté s'écoule sous la cloison, et les deux lavabos devant les clapets des toilettes servent, comme les douches, à tout l'étage. Y en a-t-il vingt, y en a-t-il trente de personnes clièntes? Ce qui met les points sur les i, et littéralement : la robinetterie qui ne donne de l'eau avec précision que par une pression constante sur le bouton, mais alors avec une telle pression que le cycle de lavage des textiles est intégré. Chemise et pantalon, mouillés. L'endroit est un pigeonnier à l'heure matinale, et tandis que, sans séparation des sexes, l'une tente de faire discrètement ses besoins dans la cagette étriquée, l'autre essaie d'éviter la porte du couloir qui s'ouvre – tout en continuant à se brosser les dents.

 

Ceux qui sont incapables ou peu désireux de faire preuve d'un minimum de générosité devraient s'abstenir de jouer les hôtes. Mais il ne s'agit même pas de cela ici. Il s'agit de tourisme, de tourisme de la pire espèce, c'est du tourisme purement capitaliste. La réalisation de bénéfices à tout prix. Sans visage.

 

Ces remarques sur le fait de tirer le maximum de profit avec un minimum en contrepartie peuvent paraître secondaires, comme la simple frustration d'un client gâté (ce que je ne suis vraiment pas ; habitué à pas mal de choses ; passé par l'école parisienne de la précarité). Il semble qu'il y ait vraiment d'autres urgences dans le monde. Il y a une vraie souffrance, une lutte basique pour la survie. Et des millions de personnes n'ont pas accès à l'hygiène et au confort.

  Mais non, ce n'est que mon expérience concise et consciente, physique et mentale, de ce que nous nous faisons subir les uns aux autres dans notre système de valeurs (ou de non-valeurs). Ce que nous percevons généralement comme normal. Justement, les normes sont faites par l'homme et peuvent être modifiées. De même que cette anecdote de ma vie de voyageur ne montre qu'un détail domestique de la manière dont nous agissons également à l'échelle mondiale. Howard Zinn l'a montré magistralement dans A People's History of American Imperialism.

 

Pas un endroit pour rêver, ce couchage, pas un endroit pour se reposer. Impossible de faire plus austère, plus opposé à toute notion de détente. Ce qui reste, malgré toute l'eau répandue et oh combien contrôlée : je me sens sale. Trompé. Méprisé.

 

Mais assez parlé de cela, le jour m'appelle, avec de l'air et de la lumière.

 

(to be continued...)